Right at Your Door (2006)

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Originaltitel: Right at Your Door
Regie: Chris Gorak
Drehbuch: Chris Gorak
Kamera: Tom Richmond
Musik: Tomandandy
Laufzeit: 91 Minuten
Darsteller: Mary McCormack, Rory Cochrane, Tony Perez, Scotty Nody Jr, John Huertas
Genre: Thriller
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahren

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Als in Los Angeles mehrere Bomben detonieren, die die Stadt in eine todbringende Giftgaswolke hüllen werden die Bürger von den Behörden aufgefordert ihre Häuser zu versiegeln. So verbarrikadiert sich Brad in seinem Haus. Seine Frau Lexi, die kurz zuvor in die Innenstadt aufbrach, kann nicht in das Haus gelangen. Angesichts des ausbrechenden Chaos und der quälenden Unwissenheit, dreht Brad in seinem vermeintlich sicheren Heim fast durch…

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 1973 ließ George A. Romero in Crazies eine amerikanische Kleinstadt durch verseuchtes Trinkwasser dem Wahnsinn verfallen und beschrieb das rücksichtslosen Vorgehens des Militärs gegen die eigene Bevölkerung. In seinem Debüt „Right at Your Door“ greift Regisseur Chris Gorak diesen Ansatz auf und verlegt die Handlung in die Vororte von Los Angeles. Der daraus entstandene Film ist eine Mischung aus dystopischer Science-Fiction und sozialkritischem Katastrophenfilm. Es werden hier verschiedene grunsätzliche Fragen aufgegriffen wie zum Beispiel die nach den Gefühlen und Gedanken eines Menschen dessen Leben von einer Sekunde auf die andere bedroht wird. Bloß eine Stimme im Radio vermeldet die Schreckensnachricht und alle sind ersteinmal total ratlos. Kann da überhaupt klares Denken funktionieren?

Wenn solche Filme vor Action und Patriotismus triefen und wenn die Terroristen später vom Militär oder tapferen Einzelkämpfern heroisch plattgemacht werden, dann ist der Schrecken am Ende nur noch halb so schlimm und man vergisst den Film schnell wieder. „Right at Your Door“ ist jedoch kein solcher Actionkracher, sondern versucht das Ganze realistisch darzustellen. Das gelingt ihm auch ganz gut, doch die hektische und chaotische Vorgehensweise sowie manche nicht so wirklich realistische Szenen haben mich etwas gestört.

Man erlebt die Katastrophe nicht direkt, sondern sieht nur die schrecklichen Folgen aus der Perspektive eines ganz normalen Mannes, der sein Haus verriegeln muss, um sich vor dem giftigen Ascheregen zu schützen. Er erkennt dass er keine Hilfe von den überlasteten Rettungskräften erwarten darf und steht vor der schwierigen Entscheidung, seine eigene Frau aussperren zu müssen, um nicht angesteckt zu werden. Zuletzt erkennt er, dass die Regierung jenen Menschen denen man nach Expertenmeinung nicht mehr helfen kann auch nicht helfen wird. Dieser Film beschäftigt sich nicht mit den Tätern, sondern mit den Opfern, also mit ganz normalen Menschen deren Leben von einem Moment auf den anderen zerstört werden. Man wird als Zuschauer am Ende geschockt und beeindruckt zurückgelassen und kann nur hoffen, dass  sowas nie wirklich passiert.

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Fazit: Wer auf Action, Tempo und atemberaubende Spannung steht ist bei „Right at Your Door“ absolut falsch. Doch wer ein realistisches und erschreckendes Drama über die Folgen eines Terroranschlags sehen will, der sollte sich diesen Film durchaus mal ansehen.

© 2014 Lucas Dämmig

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