Bube, Dame, König, grAS (1998)

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Originaltitel: Lock, Stock & Two Smoking Barrels
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie
Kamera: Tim Maurice-Jones
Musik: David A. Hughes, John Murphy
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Nick Moran, Jason Flemyng, Dexter Fletcher, Jason Statham, Vinnie Jones
Genre: Komödie
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
FSK: ab 16 Jahren

 

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Das Londoner Arbeiterviertel East End: Die Kleinganoven Eddy, Tom, Soap und Bacon kommen gerade so über die Runden, indem sie Schmuck und Elektrogeräte verticken. Dann lädt der örtliche Pornokönig und Mafiaboss Harry Lonsdale zu einem illegalen Poker-Turnier. Der Einsatz: 100.000 britische Pfund. Die Vier wittern den Coup ihres Lebens, legen ihr Erspartes zusammen und erkaufen dem geschickten Zocker Eddy einen Platz in der Pokerrunde. Doch – wie sollte es in der Londoner Unterwelt auch anders sein – Eddy wird gnadenlos über den Spieltisch gezogen. Nicht nur der Einsatz ist futsch, plötzlich stehen die Jungs auch noch mit fünfhundert Riesen beim „Big Boss“ in der Kreide. Nur eine Woche bleibt den Freunden, um ihre Schulden zu begleichen. Sonst hackt ihnen Harry „Hackebeil“ Lonsdale einen Finger nach dem anderen ab…

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Die Gangsterkomödie mit dem genialen deutschen Titel „Bube, Dame, König, grAS“ (man beachte die Schreibweise!) mag zwar etwas in die Jahre gekommen sein, aber dennoch zählt sie zu einem meiner Lieblingsfilme.
Das Regiedebüt von Guy Ritchie kann mit allem aufwarten, was eine gute Komödie meiner Meinung nach braucht: eine flotte Inszenierung, Spannung und vor allem echter britischer Humor. Wir sehen hier 4 Helden die das große Geld wittern und sich dabei gnadenlos abzocken lassen. Mithilfe einiger Zufälle versuchen die vier die Sache wieder gerade zu biegen und legen sich dabei mit der gesamten Londoner Unterwelt an. Das Ganze wird mit zahlreichen kleineren Unfällen, Komplikationen und Verwicklungen derart geschickt in Szene gesetzt das einem hier – und nicht nur vor Lachen – fast die Luft wegbleibt. Die kriminelle Naivität, mit der einige Charaktere hier agieren, ist unschlagbar komisch. Hier empfehle ich aber den Directos Cut, der nicht nur den Film um 8 Minuten verlängert, sondern auch die Handlungen der Charaktere vertieft und außerdem noch etwas Vorgeschichte erzählt. Leider ist der Directors Cut nur in der Originalsprache (Englisch) erhältlich.

Die Schauspieler machen ihre Sache überdurchschnittlich gut, besonders gefällt mir hier der damals noch ziemlich unbekannte und junge Jason Statham. Der beatige, großartige Soundtrack unterstreicht und begleitet die Handlung perfekt. Am Ende werden die verwirrten Handlungsstränge dann geschickt zusammengeführt und gipfeln in einem fulminanten Showdown mit verblüffemden Ende. Ganz klarer Filmtipp!

Übrigens: Der englische Originaltitel „Lock, Stock & Two Smoking Barrels“  ist eine Anspielung auf die Redewendung lock, stock and barrel, die sich von den drei wesentlichen Teilen eines Gewehrs ableitet. Im übertragenen Sinne heißt das etwa „mit allem Drum und Dran“.

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Fazit: Eine sehr gelungene Komödie, die Tarantinos Gangsterepos „Pulp Fiction“ in nichts nachsteht und diese stellenweise sogar noch übertrifft. Viele skurille Charaktere, witzige Dialoge, eine rasante Handlung und der passende Soundtrack dazu – mit einem Wort: Perfekt! Ich werde mir den Film wahrscheinlich noch öfters anschauen, es ist immer wieder einen Spaß wert.

© 2014 Lucas Dämmig

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