Brügge sehen … und sterben? (2008)

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Originaltitel: In Bruges
Regie: Martin McDonagh
Drehbuch: Martin McDonagh
Kamera: Eigil Bryld
Musik: Carter Burwell
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Colin Farell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes
Genre: Komödie
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
FSK: ab 16 Jahren

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Der letzte Auftrag der beiden Profikiller Ken und Ray verlief alles andere als geplant. Nun finden sich die beiden in Brügge wieder und warten auf die Instruktionen ihres Bosses Harry. Ken versucht sich in der Zwischenzeit als vorbildlicher Tourist und begibt sich auf den Rundweg, um all die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen zu lernen, während sich der aggressive Ray nach alter Gewohnheit an jeder Ecke Ärger einhandelt. Als Boss Harry dann anruft, ist es mit der Beschaulichkeit im schönen Brügge endgültig vorbei…

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Lachen und Entsetzen liegen dicht beieinander in dieser Tragikomödie, die Schuld, Sühne und Tod mit tiefschwarzem Humor behandelt. Da mir der Filmtitel sofort gefallen hat und ich auch bisher auch noch nicht all zu viel von Brügge gehört hatte (und leider auch noch nicht dort war, wie ich gestehen muss)  beschloß ich mir diesen Film genauer anzusehen. So findet man sich schon nach ein paar Minuten im mitteralterlichen Brügge wieder, wo uns zwei Helden präsentiert werden, wie sie verschiedener nicht sein könnten.
Während der eine sich für die malerische Kulisse und Kultur dieser Stadt interessiert, sucht der andere Abenteuer und gerät mit seiner Art und Weise immer wieder in Schwierigkeiten. Das Ganze ist derart lustig aufgebaut, dass ich fast den ganzen Film über ein Grinsen auf dem Gesicht hatte. Doch der Film enthält auch ernste Elemente. Während auf der einen Seite Belgier und dicke Amerikaner beleidigt werden, findet man sich im nächsten Moment in philosophischen Betrachtungen über das Fegefeuer wieder. Und nach einigen Komplikationen kommt am Ende doch alles ganz anders als erwartet.

Die malerischen Kulisse von Brügge wird mit schönen Kameraschwenks eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Das hat mir an dem Film sehr gut gefallen. Auch die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache sehr gut. Colin Farell (Miarmi Vice) und Brendan Gleeson (Harry Potter) geben ein perfektes Gangsterduo ab.
Die Handlung ist logisch aufgebaut, wobei jedoch die Vorgschichte und die moralische Frage außen vor gelassen werden. Ein, zwei Witze gingen mir dann doch etwas zu weit, aber das ist ja Geschmackssache.
Aber auch so gibt es ein stimmiges Gesamtbild. Das nicht so ganz eindeutige Ende lässt genügend Spielraum für Interpretationen offen.  Zuletzt ist noch die Filmmusik zu erwähnen. Sie ist in meinen Augen perfekt auf die Kulisse und die Handlung abgestimmt. Auch das sich der Film nicht richtig entscheiden kann, ob er nun ein Drama, eine Komödie oder ein Thriller sein will, kommt in diesem Fall sehr gut an.
Es wird auch munter zwischen den Genres hin- und hergewechselt, was am Ende die Eigenart dieses Filmes ausmacht.

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Fazit: Herrlich böse und politisch inkorrekt. So könnte man den Film beschreiben. Wer schwarzen Humor vertragen kann, sollte sich ihn unbedingt ansehen. Er bietet gute Unterhaltung und die 107 Minuten vergehen wie im Flug. Wer sich nebenbei noch für Kultur interessiert, kommt durch die gezeigten eindrucksvollen Bilder auch auf seine Kosten. Diesen Film werde ich mir sicher nicht zum letzten mal angesehen haben.

© 2014 Lucas Dämmig

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