Godzilla (2014)

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Originaltitel: Godzilla

Laufzeit: 123 Minuten

Regie: Gareth Edwards

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Japan: Ein Erdbeben zerstört ein Atomkraftwerk und es kommt zum Supergau, worauf das Gebiet zur Sperrzone wird. Doch der Ingenieur Brody ist sich sicher, dass kein Erdbeben Schuld an der Zerstörung war. Zu gleichmäßig, zu musterhaft waren die Erschütterungen. Erst 15 Jahre später entdeckt er die schreckliche Wahrheit: Muto, ein gigantisches Monster aus der Vorzeit, ist erwacht. Nur Godzilla kann ihm Einhalt gebieten, doch dieser Kampf könnte das Ende der Menschheit bedeuten.

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Booom, das war es also. Monatelang wurden wir mit kleinen Teasern bei Laune gehalten, die uns mehr und mehr den Puls in die Höhe trieben. Nun hat das Warten endlich ein Ende. Gareth Edwards lässt die Monster auf die Menschheit los. Doch schafft er das, was Emmerich vor Jahren gründlich versiebt hat? Schafft er es, einen eines Godzilla würdigen Monster-greift-Stadt-an-Film auf die Leinwand zu zaubern?

Ja! Ein großes, dickes, aus tiefster Überzeugung gemeintes Ja! Godzilla ist eine Wucht von einem Blockbuster. Den noch jungen und unverbrauchten Gareth Edwards als Regisseur zu verpflichten war ein Geniestreich. Der Mann sprudelt geradezu über vor Kreativität und Einfallsreichtum. Diese wunderschöne Bildgestaltung, diese Ästhetik in der Kameraarbeit erinnert unheimlich an die Abenteuerfilme Steven Spielbergs (und tatsächlich glaube ich, im Film einige liebevolle Anspielungen an einige von Spielbergs Werken entdeckt zu haben). Damit ist Godzilla eindeutig für die Leinwand gemacht. Edwards schafft es nicht nur, den Monstern eine gigantische Größe zu verleihen, er bringt gleichzeitig auch die Zuschauer dazu, sich in ihren Kinosesseln unheimlich klein und angreifbar zu fühlen.

Die Leinwandzeit des Titelhelden ist ziemlich rar, denn bei Edwards stehen die Menschen im Mittelpunkt. Die Gruppe der Hauptfiguren ist gut besetzt, Bryan Cranston und Ken Watanabe spielen ordentlich und mit Leidenschaft, während der Rest der Menschheit die meiste Zeit um sein Leben läuft. Denn wenn Godzilla auftaucht, dann kracht es gewaltig, und Fans von Katastrophenfilmen kommen voll auf ihre Kosten. Vorbei sind zwar die Zeiten, in denen ein Schauspieler im Echsenkostüm Miniaturstädte zerstampfte, aber der Film schafft es doch, trotz seines modernen Settings und seiner Hochglanzeffekte, das klassische Godzilla-Feeling zu bewahren.

Ein besonderes Bonbon des Films ist der Soundtrack, der aus der Feder von Wes Andersons Haus- und Hofkomponisten Alexandre Desplat stammt. Mal epochale Themen, mal verspielt-ironische Untermalung, immer schön orchestriert und eine echte Bereicherung.

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Fazit: Die lange Wartezeit hat sich gelohnt, die hohen Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Dem Newcomer Gareth Edwards ist ein furioses Leinwandabenteuer gelungen. Mit toller Besetzung, gigantischen Monstern und epochaler Zerstörung ist Godzilla ein Blockbuster wie er sein sollte, kurzweilig, temporeich und actiongeladen.

© 2014 Tobias Schumacher

2 Gedanken zu “Godzilla (2014)

  1. Diese Rezension ist nicht nur sehr gut geschrieben, sie macht ausserdem sehr neugierig auf den Film (und die Musik!). Und so soll es ja auch sein.
    Babybedingt werde ich/werden wir auf die BlueRay warten 🙂

  2. Pingback: Godzilla (2014) | Film-Besprechungen

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