The Grand Budapest Hotel (2014)

TheGrandBudapestHotel_Poster

Originaltitel: The Grand Budapest Hotel

Laufzeit: 100 Minuten

Regie: Wes Anderson

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In der Republik Zubrowka steht das altehrwürdige Grand Budapest Hotel, in dem der Concierge Monsieur Gustave regelmäßig mit den reichen Damen anbandelt, die sich dort die Klinke in die Hand geben. Als die Leiche der Gräfin Desgoffe und Taxis entdeckt wird, scheint der Schuldige schnell gefunden: Monsieur Gustave! Zusammen mit seinem Lobby Boy Zero Moustafa flüchtet er durch das vom drohenden Krieg erschütterte Zebrowka, verfolgt von der Polizei, dem Auftragsmörder Jopling und Dmitri, Sohn der ermordeten Gräfin und Befehlshaber des faschistischen Waffenverbandes ZZ.

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An Wes Anderson finde ich besonders faszinierend, dass er, wie zum Beispiel auch Tarantino und Lynch, einer der wenigen Regisseure ist, die es geschafft haben, aus ihrem Namen ein eigenes Genre zu machen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Anderson für seine Filme immer wieder neue, ganz eigene Welten kreiert. So auch bei seinem neuesten Geniestreich The Grand Budapest Hotel. Mit einer raffinierten Mischung aus gemalten Hintergründen, Miniaturen und echten Schauplätzen schafft er stark überstilisierte Kulissen, die an die Pracht und die Stimmung klassischer, romantischer Gemälde erinnern. Und auch die liebevoll unbeholfenen Stop-Motion-Effekte, wie man sie schon aus Die Tiefseetaucher kennt, finden hier Verwendung und tragen in großem Maße zum Charme des Films bei.

Hinzu kommen die wunderbar verschrobenen und exzentrischen Charaktere, die mal facettenreich, mal stereotyp zur Geschichte beitragen. Sein Cast liest sich wie das Who-is-Who der Topstars. Neben Ralph Fiennes und Tony Revolori brillieren Tom Wilkinson, Jude Law, F. Murray Abraham, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Adrien Brody, Willem Dafoe, Harvey Keitel, Bill Murray, Edward Norton, Jeff Goldblum und Owen Wilson.

Dabei ist dieser Film mit Sicherheit sein pointenreichster. Derber Wortwitz und klassischer Slapstick im steten Wechsel mit überaus düsteren Krimielementen und einigen erschreckend blutigen Effekten machen The Grand Budapest Hotel zu einer düsteren, reifen aber trotzdem verspielten Komödie, in der auch einige sehr ernste Themen gekonnt leicht verpackt sind.

Das Drehbuch stammt von Wes Anderson selbst, beim Schreiben wurde er diesmal von den Werken Stefan Zweigs inspiriert. The Grand Budapest Hotel wurde auf der Berlinale 2014 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

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Fazit: von allen großartigen Filmen, die Wes Anderson bisher geschaffen hat, scheint dieser sein ausgewogenster zu sein. Eine gekonnte Mischung aus Krimi und schwarzer Komödie, gemäldehafte Kulissen, exzentrische Charaktere und Desplats wunderbarer Soundtrack machen The Grand Budapest Hotel zu einem skurril lustigen, aber trotzdem erschreckend düsteren Meisterwerk.

© 2014 Tobias Schumacher

 

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