Imaginaerum (2012)

imaginaerum

Originaltitel: Imaginaerum

Lauflänge: 86 Minuten

Regie: Stobe Haru

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Der Komponist Tom leidet unter schwerer Demenz. Seine Tochter sitzt am Krankenbett und fürchtet sich vor seinem bevorstehenden Tod. Während der Komponist sein Leben in komatösen Träumen als Zehnjähriger verarbeitet, versucht die Tochter einen Weg zu finden, um noch ein letztes Mal mit ihrem Vater in Kontakt zu treten.

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Als großer „Nightwish“-Fan der ersten Stunde war ich natürlich gespannt, wie die „Verfilmung“ ihrer neuen CD „Imaginaerum“ sein wird. Auch wenn ich eine gewisse Erwartungshaltung hatte, wurde diese von dem Film sogar noch bei Weitem übertroffen.

Mit einer Mischung aus Filmen von Tim Burton und David Lynch (in diesem Fall hat der Hinweis auf der Blue RayHülle defintiv Recht) wird hier eine emotionale Achterbahnfahrt serviert, die einem wahrlich den Atem verschlägt. Wie hier auf die Themen Leben, Tod, Sterben und Liebe eingegangen wird, ist schier unglaublich. Mit einer Wucht wird man in die Gedanken des demenzkranken Vaters geschleudert und versinkt in den Lebenserfahrungen und -gefühlen, als wären es die eigenen.

Regietechnisch eine Meisterleistung, schafft dann auch noch der Gastauftritt der „Nightwish“-Musiker einen weiteren Höhepunkt in diesem unvergesslichen Trip durch die menschliche Seele.

Ich selbst beschäftge mich seit über zwei Jahrzehnten mit den Themen Sterben und Leben nach dem Tod. Ich muss sagen, dass das Einfühlungsvermögen in den Charakter des Sterbenden in diesem Film so gelungen ist, dass es einen zum Weinen bringt.
Selten beschäftigte mich ein Film so nachhaltig wie „Imaginaerum“.

Das Leben, die Liebe, das Sterben (die Angst davor und die Erkenntnis, was für eine unglaubliche Erfahrung es höchstwahrscheinlich werden wird) – all dies vereint „Imaginaerum“  in einen feseelnden Film mit einer perfekten Musikuntermalung.

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Fazit: Für Fans von „Nightwish“ ohnehin ein Muss, aber auch für den anspruchsvollen Filmseher bestens geeignet. Atemberaubend und emotional beschert „Imaginaerum“ eine Reise in die Seele eines sterbenden Menschen, wie man sie besser nicht darstellen kann. Volle Punktzahl!

© Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Imaginaerum (2012)

  1. Durch den Hinweis auf David Lynch in dieser Rezension bin ich neugierig geworden und habe mir diesen bildgewaltigen Film angesehen. Auch wenn ich jetzt nicht der ganz große Nightwish-Fan bin und ihr gleichnamiges Album bisher nicht kannte hat mir dieser Film doch sehr gefallen, erinnert mich unter anderem ein wenig an Pans Labyrinth.

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