Doomsday – Tag der Rache (2008)

doomsday

Originaltitel: Doomsday

Lauflänge: 109 Minuten

Regie: Neal Marshall

*

„The Reaper“, ein tödliches Virus sucht die Menschheit heim und Hunderttausende fallen der geheimnisvollen Krankheit zum Opfer. Um eine Pandemie zu verhindern, beschließt die britische Regierung, ganz Schottland vom Rest des Landes abzutrennen, um Gesunde von Infizierten zu trennen und die tödliche Kranheit einzudämmen.
30 Jahre später denkt kein Mensch mehr an „The Reaper“ und jeder hat sich an die Sperrzone gewöhnt. Doch dann taucht der Erreger plötzlich außerhalb von Schottand auf und bedroht erneut die ganze Menschheit.
Nur Dr. Kane, der aber damals in die Sperrzone verbannt wurde, weiß das Gegenmittel, um die Krankheit aufzuhalten. Eden Sinclair, eine Frau, die vor 30 Jahren durch „The Reaper“ ihre Mutter verloren hat, nimmt den Auftrag an, in der von Infizierten bewohnten Zone nach Dr. Kane zu suchen.

*

Es ist schon eine Zeit her, dass ich „Doomsday“ gesehen habe. Damals handelte es sich um die ca. zehn Minuten gekürzte deutsche FSK 18-Fassung und ich muss ehrlich gesetehen, dass der Film damals keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.  Umso erstaunter war ich nun, als ich die ungekürzte Version sah.

Marshall bedient sich zwar, zumindest in der Ausgangssituation, ungehemmt an John Carpenters „Die Klapperschlange“ und mixt mitunter dann Passagen in seinen Endzeitfilm, die an Mad Max 2 erinnern, aber dennoch weiß „Doomsday“ zu faszinieren.
Anstelle von Snake Plissken wird eine Frau namens Eden Sinclair in einen abgeriegelten Ort voller Anarchie eingeschleust, doch die Grundstimmung ähnelt weitgehend dem Carpenter-Klassiker.
Schauspielerisch kann der Film mit akzeptablen Leistungen aufwarten, wobei ich Craig Conway als Sol Kane besonders hervorheben möchte. Seine Darstellung des völlig abgedrehten, irren Anführers war beeindruckend.

Die in der deutschen Fassung geschnittenen Szenen mögen brutal sein, aber sie sind der Handlung und der Atmosphäre des Filmes dienlich, weshalb ich auch vermute, dass mir der Film in der geschniittenen Fassung nur bedingt gefallen hat.
In der ungekürzten Fassung macht „Doomsday“ auf jeden Fall Spaß und als Bob Hoskins-Fan genoss ich die Auftritte des britischen Schauspielers, der übrigens seit 2011 leider an Parkinson erkrankt ist und sich daher aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat.

*

Fazit: Akzeptabler Endzeitfilm im Stil von „Die Klapperschlange“ und „Mad Max 2“, der dennoch eigenständige Ideen vorweisen kann und daher für Actionfans absolut sehenswert ist. Der Gore-Anteil ist in der ungekürzten Fassung gut über den Film verteilt und für den Handlungsverlauf stimmig.

© Wolfgang Brunner

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Der Science-Fiction-Actionthriller spielt im Jahr 2008. Das Reaper-Virus ist ausgebrochen und brachte schnell tausenden Menschen den Tod. Ohne Gegenmittel ist die Regierung machtlos, also entscheidet sie sich kurzum das betroffene Gebiet durch eine Mauer zu isolieren und unter Quarantäne zu stellen.
25 Jahre später bricht das das Virus erneut aus, diesmal in London. Eden Sinclair, die taffe Tochter einer damals vom Virus betroffenen Mutter wird mit einem Elite-Team in die Sperrzone geschickt um Dr. Kane, der ein Gegenmittel kennen soll, oder andere Überlebende zu finden. Doch Kane und sein Sohn sind nach all den Jahren übergeschnappt und wollen dies mit allen Mitteln verhindern.

*

Nach mehreren ‚Endzeit‘-Filmen die mir gut gefallen haben, wie z.b ‚2012‘, ‚The day after Tomorrow‘ oder ‚The Road‘ war ich offen für einen weiteren Film der diese Stimmung verkörpern sollte.
Leider bin ich von dem Film sehr enttäuscht. Der Anfang hat mir noch sehr gut gefallen, er war düster und spannend gestaltet. Von der Vergangenheit der Protagonistin, über die Verrieglung des Sperrgebiets, bis hin zum Eindringen des Elite-Teams in die Quarantäne-Zone waren interessant und gut gestaltet. Als das Team im ehemaligen Krankenhaus von Dr. Kane ankommt, entdecken sie eine Überlebende und man denkt, es wäre etwas besonderes, bis auf einmal hunderte ‚Punker‘ die Ortschaft stürmen und auf brutale Weise die Soldaten angreifen. Auch Kane, den sie bald später finden, lebt im mittelalterlichen Stil und besitzt eine ‚Arena‘ in der eine Art von Gladiatoren-Kämpfen stattfindet. All seine Leute sind mit Äxten und Speeren bestückt, sie reiten auf Pferden mit Rüstungen und Schilde und jagen die ‚Eindringlinge‘.
Der Rückschritt in die Mittelalter-Zeit wirkt sehr unrealistisch und unpassend. Die von dem Virus bedrohte Welt außerhalb der Zone spielt schon nach einigen Minuten kaum noch eine Rolle, genauso wie die ‚Suche‘ nach einem Gegengift. Vielmehr spitzt sich die Handlung auf einen zeitaufwendigen Rivalenkampf zwischen dem Elite-Trupp und den Überlebenden zu. Kurz vor dem finalen Kampf, findet der Trupp einen hochmodernen Sportwagen, tonnenweise Sprit, Handys und anderes (man hinterfragt erneut die mittelalterliche Lebensweise). Bei einem Autobahn-Showdown zwischen dem Anführer der ‚Punker‘ und Sinclair der Protagonistin, siegt diese und trifft ein paar Meter weiter den Helikopter ihrer Rettung an. Bei der Frage nach dem Gegenmittel, tut sie diese mit dem Blut der scheinbar imunen Überlebenden ab. Die Tochter von Dr. Kane hatte sich freiwillig der Gruppe angeschlossen und dient praktischer Weise nun als Gegenmittel.
Die Protagonistin Sinclair bleibt aus unersichtlichen Gründen im Sperrgebiet, um den Platz als Anführerin der Punk-Gruppe einzunehmen. Der Zuschauer bleibt mit vielen offenen Fragen zurück, wie z.b ob das Blut in ein Gegenmittel umgewandelt werden kann, wie viele Infizierte es in London bereits gibt und was mit den Überlebenden aus dem Sperrgebiet passiert, denen durch den Virus scheinbar keine Gefahr droht.

*

Fazit: Der Film besitzt in meinen Augen keinen klaren Handlungsfaden. Der zu Beginn aufgegriffene Faden, wird im Haupteil fast vollkommen fallen gelassen und erst in den letzten paar Minuten wieder aufgegriffen, um dem Film einen halbwegs sinnvolles Ende zu bescheren. Zu loben sind die schauspielerischen Leistungen und diverse Special Effects, dennoch werde ich mir diesen Film wohl nicht erneut ansehen.

© Jasmin Hegmann

Ein Gedanke zu “Doomsday – Tag der Rache (2008)

  1. Pingback: 28 Days Later (2002) | Film-Besprechungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s