No One Lives (2013)

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Originaltitel: No One Lives

Lauflänge: 86 Minuten (Uncut)

Regie: Ryūhei Kitamura

*

Driver und seine Freundin sind auf der Durchreise, als sie von einer einheimischen Gangstergang bedroht, aschließend von der Straße abgedrängt und entführt werden. Sie werden gefoltert, wobei Drivers Freundin stirbt,  und einer der Gangster findet im Wagen eine entführte Frau.
Zu spät merken die Gangster, dass sie an den Falschen geraten sind: Driver ist nämlich ein sadistischer Killer, der jetzt den Tod seiner Freundin rächen will und seine Geisel, die sich mittlerweile in der Obhut der Gangster befindet, zurückhaben will.

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Von Ryūhei Kitamura habe ich „Versus“ und „Midnight Meat Train“ gesehen. Ersterer, der zwar einen für mich nachvolziehbaren Kultstatus erreicht hat, hat mir nicht gefallen, von Letzterem war ich trotz CGI-Effekte hellauf begeistert. Umso neugieriger war ich, was Kitamra nun mit „No One Lives“ abliefern würde.
Meine Meinung ist irgendwie gespalten: einerseits unterscheidet sich der Film definitiv von den anderen Streifen der „Torture“-Welle, andererseits hatte ich doch zugegebenermaßen mehr erwartet.

Keine Frage: „No One Lives“ unterhält, zeigt derbe Szenen (wobei ich da oft in den Horrorfilmen der 80er-Jahre mehr Brutalität gesehen habe) und weist ganz passable Schauspieler auf. Luke Evans überzeugt genauso wie Adelaide Clemens. Der Film beginnt wie ein typischer Torture-Film a la „Hostel“, „Motel“ und wie sie alle heißen und entwickelt sich dann zu einem unterhaltsamen Slasher-Film.

Ryūhei Kitamura hat dieses Mal auf CGI-Effekte verzichtet. Das macht den Film schon interessant, obwohl ich ehrlich gesagt die derben (fast schon künstlerischen) Computereffekte bei „Midnight Meat Train“ echt genossen habe. Aber hier sieht man wieder Handarbeit im alten Stil und das kommt gut.

Erst nachdem ich dann eine Nacht darüber geschlafen habe,  wirkte der Film dann heute doch besser, als ich ihn gestern empfunden habe.
„No One Lives“ ist ein solider, unterhaltsamer, mitunter auch brutaler Slasher-Splatter-Film, der Spaß macht und eine annehmbare Atmosphäre aufweist.
Dass in der deutschen FSK 18-Fassung Szenen wie zum Beispiel das Öffnen eines mit blutigem Brei gefüllten Sacks herausgeschnitten wurden, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde die Uncut-Fassung eigentlich sogar ab 16 freigeben.

Gesehen habe ich die österreiche Uncut-Version mit einer Lauflänge von 86 Minuten. Die deutsche FSK 18 Fassung wurde um ca. 1,5 Minuten geschnitten. Ich denke, dass da so ziemlich alle blutigen Szenen fehlen, was aber der Handlung des Films keinen Abbruch tut. Verstehen wird man den Film, die Zesnierung für Deutschland allerdings nicht.

*

Fazit: Eher enttäuschender Nachfolger von „Midnight Meat Train“ von Ryūhei Kitamura, der mit besagter Clive Barker-Verfilmung meiner Meinung nach einen Klassiker geschaffen hat. Dennoch überzeugt „No One Lives“ durch seine Schauspieler und die eher „außergewöhnliche“ Handlung. Für Genre-Fans empfehlenswert. Wer allerdings die laut Presse „ultrabrutalen Kills“ oder ein „bluttriefendes Terrorkino“ erwartet, wird enttäuscht sein.

© Wolfgang Brunner

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