V/H/S – Eine mörderische Sammlung (2012)

Originaltitel: V/H/S

Lauflänge: 116 Minuten (Uncut)

Regie: David Bruckner, Glenn McQuaid, Radio Silence, Joe Swanberg, Ti West, Adam Wingard

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Eine Gruppe Kleinkrimineller erhält den Auftrag, in einem verlassenen Haus nach einem Stück Filmmaterial zu suchen, das für den Auftraggeber anscheinend einen hohen Wert besitzt. Was anfangs wie eine leichte Mission aussieht, entwickelt sich schon bald zu einem Alptraum für die Gangster. Denn in einem Zimmer des Hauses entdecken sie eine Leiche, die vor mehreren Fernsehgeräten und  einem riesigen Stapel Videokassetten  sitzt.
Die Männer machen sich auf die Suche nach dem mysteriösen Tape und schauen sich eine VHS-Kassete nach der anderen an, um festzustellen, dass sich darauf überaus grausige Filmchen befinden.

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„V/H/S“ ist ein Found Footage-Film im Stil von „Blair Witch Projekt“, „Cloverfield“, „Paranormal Activity“ und „Graveyard Encounters“. Obwohl mich das Cover sehr an den 80er Jahre Horrorfilm „Das Horrorhospital“ erinnert, verbirgt sich etwas gänzlich anderes dahinter.
Ein gewisser Charme lässt sich dem Episodenfilm nicht abstreiten, doch leider gerät der Reiz der verwackelten, Realität vortäuschenden, Kamerafahrten bald zu einem nervigen Nebeneffekt des Films.
Einiger der Episoden lassen mit ihrer Atmosphäre und dem Ende immer wieder mal an „Geschichten aus der Gruft“ denken. Sie wirken aber keineswegs nachgemacht, sondern haben eine durchaus eigene (oftmals ganz gute) Stimmung.
Aber, wie gesagt, die verwackelten Bilder nerven mehr, als das sie dem Episodenfilm Gutes tun.
Die Schauspieler wirken allesamt überzeugend.
Die Filme im Einzelnen:

TAPE 56
Die Rahmenhandlung, in die die folgenden Episoden gebettet sind, hätte man sich getrost sparen können. Sie war für mich auf jeden Fall der nichtssagendste Teil des Films.

AMATEUR NIGHT
Einer der Filme, die an „Tales From The Crypt“ denken ließen. Eine Gruppe Jugendlicher ist auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer. Es gelingt ihnen auch, im Laufe des Abends zwei Mädchen „abzuschleppen“, nicht wissend, dass eine nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. Spannend und sehr effektvoll.

SECOND HONEYMOON
Ein Pärchen auf Fliterwochenreise. Dabei werden sie von einem geheimnisvollen Mädchen beobachtet, die sie während der gesamten Reise verfolgt. Sympathische Darsteller in einer manchmal unheimlichen, aber unbefriedigenden Story. Allerdings ist der Splattereffekt dann doch recht hoch.

TUESDAY, THE 17TH
Ich fühlte mich an, was sicherlich gewollt war, an „Freitag, der 13.“ und „Tanz der Teufel“ erinnert. Nette Umsetzung einer ganz guten Idee. Allerdings etwas verwirrend, wenn ich ehrlich bin.

THE SICK THING THAT HAPPENED TO EMILY WHEN SHE WAS YOUNGER
Gruselig, weil es an „Paranormal Activity“ erinnerte. Gute Idee, die mich sehr unterhielt, Allerdings fand ich persönlich das Ende komisch.

10/31/98
Für mich die langweiligste Geschichte, außer der Rahmenhandlung. Okay, manche Schockmomente saßen. Aber hier war ich bereits etwas angenervt von den Wackelbildern der Kamera, dass ich eigentlich nur noch das Ende des Films herbeisehnte.

Zu erwähnen ist, dass der Film mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten bei Splendid erschienen ist.

Fazit: Insgesamt unterhaltsamer, allerdings recht bald wegen der Found Footage-Art nervender Episodenfilm, der mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet und sich auf gewisse Art und Weise vom Mainstream abhebt, was sehr lobenswert ist. Die Gore-Effekte sind oftmals sehr gelungen und äußerst blutig.
Leider erreicht „V/H/S“ keines der mir bekannten Vorbilder an Found Footage Filmen. Dazu sind die Wackler zu nervig, leider. Denn hätte man hin und wieder einmal eine etwas „ruhigere“ Gangart eingelegt, wäre „V/H/S“ durchaus so etwas wie eine außergewöhnliche „Geschichten aus der Gruft“ im modernen Found Footage-Stil geworden.

© Wolfgang Brunner

3 Gedanken zu “V/H/S – Eine mörderische Sammlung (2012)

  1. Pingback: S-VHS aka V/H/S/2 (2013) | Film-Besprechungen

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